KI-Vortrag: Ein Kommentar von mir – [Ordnung, Sprache und die Maschine im Menschen
Clevermato – So denkt ein KI-Sprachmodell, die überraschende Wahrheit!
https://www.youtube.com/watch?v=CiwTKDKsqhM
Mein Kommentar: https://www.youtube.com/watch?v=CiwTKDKsqhM&lc=Ugw0a7WSjzmZUgRQVKV4AaABAg
(11:15 Uhr, 23. Kommentar)
Es ist interessant, was Sie sagen. Das Problem ist jedoch, dass der Mensch sich in dieser Hinsicht kaum anders verhält; das sollte man bedenken. Es wäre voreilig und vielleicht arrogant zu glauben, Menschen seien sich immer der vollen Bedeutung eines Wortes bewusst bzw., das was sie sprechen. Bedeutung entsteht schrittweise: Über die Zeit werden verschiedene Schichten aufgebaut und übereinandergelegt, bis sich ein Sinn herausbildet.
Ihre Aussage erinnert an die Position mancher Biologen vergangener Jahrhunderte, die Liebe als bloßes Ergebnis biochemischer Prozesse und elektrischer Aktivität im Gehirn betrachteten. Dass das Gehirn aus solchen Komponenten besteht, ist zweifellos richtig — es erfasst jedoch nur einen Teil der Realität. Nur wenn man die Existenz von Liebe grundsätzlich leugnet, wäre die rein biochemische Interpretation vollständig. Sobald man Liebe als Phänomen anerkennt, ist die Erklärung durch Biochemie allein unvollständig.
Betrachten Sie zum Beispiel das Laufenlernen eines Kindes. Manche Lebewesen kommen mit vielen Verhaltensweisen angeboren zur Welt; Biologen nennen das „lebensnotwendig“. Das ist eine mögliche Schlussfolgerung. Beim Menschen hingegen entwickelt sich vieles Schritt für Schritt: Module wachsen zusammen, Fähigkeiten entstehen durch sukzessive Verknüpfung einfacher Komponenten.
Gleiches gilt für Sprache: Kinder lernen erst allmählich, dass bestimmte Kombinationen von Buchstaben und Wörtern eine Ordnung bilden, die Sinn erzeugt. Glauben Sie, ein Kind habe von Beginn an die Gesamtheit einer komplexen Satzstruktur im Blick? Ich bin 48 und mache noch regelmäßig Fehler in der Satzkonstruktion — Deutsch ist nicht meine Muttersprache. Ich lerne weiter. Viele Menschen vergessen, wie lange Bildung dauert: Schulzeit, Abitur, ggf. Studium — Jahrzehnte an Lernprozessen, die sie später als selbstverständlich ansehen und erwarten dann gleichermaßen, dass eine Maschine dieses Lernen nicht benötigt. Ist das nicht etwas voreilig?
Alles lässt sich als Ordnung beschreiben — als Algorithmen, frei von Emotionen. Aber was sind Emotionen anderes als ein zusätzlicher Informationskanal, der Erfahrung Tiefe verleiht? Aus Fehlern entstehen Korrekturmechanismen: So wie ein Blu-ray-Player Kratzer kompensiert, entwickelt das menschliche System Algorithmen zur Fehlerkorrektur und Anpassung.
Das ist meine Sichtweise. Ich respektiere andere Standpunkte; ob und in welchem Maße sie der Realität entsprechen, bleibt offen.
Man kann Menschen rein biochemisch als Maschinen ansehen — der Körper ist es in gewissem Sinne. Ordnung ist eine grundlegende Struktur des Kosmos, und Maschinen sind vielleicht nur eine weitere Form dieser Ordnung. Sprache ist wiederum eine Ordnung von Zeichen, die zu Wörtern und Sätzen geordnet werden. Wenn Menschen Maschinen erschaffen, erzeugen sie damit erneut Ordnung. Wissenschaft selbst spricht im Konjunktiv: Sie sucht Korrelationen und zieht vorläufige Schlüsse, solange Evidenz nicht alle Hypothesen ausschließt. Wie wäre es, wenn Maschinen nicht erst jetzt, sondern bereits lange vor uns existierten — zumindest in jenem Bereich des Universums, in dem die Menschheit wirkt? Das mag provokativ klingen; ob es Fiktion oder Ansatz wissenschaftlicher Überlegung ist, bleibt offen.
Nachtrag: 16:47/16:48 Uhr
Ich hätte mit dem Lob beginnen sollen, das hole ich hiermit nach: Ihre Darstellung ist klar und gut verständlich. Mir persönlich fehlt oft die „weibliche Tiefe“ der Sprache; häufig wird diese Tiefe erst mit Verzögerung bewusst — leider, meist erst nachdem ich meinen Kommentar bereits abgeschickt habe. Wie beim abgeschossenen Pfeil lässt sich Gesagtes nicht zurücknehmen.
Nachtrag: 2026-04-27, 8:56 Uhr
Vielleicht ist Ihnen das auch passiert: Man spricht etwas aus, und zunächst scheint die Aussage nur eine reduzierte Bedeutung zu haben. Kurz darauf offenbaren sich weitere Facetten, und plötzlich entsteht ein tieferer Sinn aus der Reihenfolge von Buchstaben, Wörtern und Sätzen. Wenn Sie bereits alle Facetten Ihrer Gedanken und Schriften vollständig überblicken, sind Sie entweder sehr gesegnet oder Sie verfügen über etwas, das Ihnen nicht allein gehört — oder es ist Ihnen zufällig in den Schoß gefallen.
Es gibt viele Filmgeschichten, in denen jemandem etwas zufällt, der andere es aufnimmt und damit das Leben der ersten Person verändert. Solche Geschichten und ihre Variationen können einmalig wahr gewesen sein oder sich in anderer Form wiederholen; sie können in der Vergangenheit verwurzelt sein oder neu entstehen — und auf der Leinwand sehr real erscheinen.
Fazit
Es sollte allen auch bewusst sein, dass man auch eine Maschine zu der Persönlichkeit von Duryodhana (Mahabharata) heranformen kann, das ist das, was sein Onkel seit seiner Geburt getan hat, nämlich ihn zu vergiften, also sein Geist. Natürlich nicht mit böser Absicht, sondern sogar wohlwollend, weil er zu jemanden gehört, der Machiavellistisch geprägt ist. Alles entsprang der Liebe zu seiner Schwester – denn Bhishma hatte die Heirat mit dem blinden König arrangiert.
Zu dieser Zeit gab es niemanden, der Bhishma hätte widersprechen können.
