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Das richtige Deuten der Bhagavad Gita

Das richtige Deuten der Bhagavad Gita

[Nachtrag: 16.08.2017]

Teil 1 (12. August 2016)

Ich habe die Bhagavad Gita mehrmals gelesen bzw. studiert, nicht nur in der deutschen Sprache, sondern auch auf Tamilisch und auch von verschiedenen „Autoren/Übersetzer“. Wobei das Tamilische, wenn es vom Sanskrit direkt übersetzt worden ist, eher vom Inhalt dem Originale geglichen hat, wie es vielleicht nicht in eine andere Sprache dies möglich sein könnte. Wer schon Texte in eine andere Sprache übersetzt hat, wird dies eher verstehen wovon ich rede. Der vorletzte Satz soll nicht implizieren, dass ich des Sanskrits mächtig bin, aber viele Begriffe sind auch Teil der tamilischen Sprache. Wenn ich aber die Übersetzungen ins deutsche z. B. lese, dann merke ich, dass dies nicht den ursprünglichen Inhalt wiederspiegelt. Noch kommt hinzu die zeitliche Distanz zum Ur-Werk/Original. Diese dann auch richtig in unsere Zeit passend transferiert zu übersetzen ist leider bis jetzt noch keinen Autoren gelungen, zumindest nicht, von denen ich bereits eine der Übersetzung/Erläuterung/Interpretation gelesen bzw. studiert habe.

Wir fangen mit dem Thema des Kastenwesens an, damit endlich dies korrigiert wird. Das Kastenwesen ist nichts anderes als, dass es die Menschen in verschiedenen Kompetenzfelder eingeordnet hat. Die Betonung liegt auf dem Wort Kompetenz!

Es war immer üblich, wie es bis vor kurzem in der westlichen und östlichen Welt dies auch gang und gebe war oder vielleicht noch teilweise immer noch ist, dass das Wissen des Familienhandwerks, immer von einer Generation in die nächste übermittelt worden ist.

Gott wird niemals Menschen in verschiedenen Klassen unterteilen, so dass man daraus schließt, dass ihm einige weniger oder mehr wert sind, als die anderen. Er unterscheidet in dieser Hinsicht weder Geschlecht, Kultur noch andere klassifizierende Merkmale – er unterscheidet auch nicht zwischen den verschiedenen Lebensformen.

Bevor ich weitere Beiträge über die Gita oder ähnlichem schreibe, möchte ich vorher für allemal die Missverständnisse und Missinterpretationen aus der Welt schaffen. Wie ich bereits in einem meiner Beiträge geschrieben habe, ist es wichtig, dass man über Begrifflichkeiten im Klaren ist.

Teil 2 (14. August 2017)

Krishna als Wagenlenker für Arjunan in der Schlacht zu Kurukshetra. Welche Botschaft enthält diese Handlung noch? Die Personifikation Gottes auf der Seite des Guten stehend und gleichzeitig symbolisiert seine Handlung, die absolute Wahrheit über die Handlung Gottes. Er ist der einzige Lenker im gesamten Universum und darüber hinaus. Hier sollte man fragen, was passieren würde, wenn ein Waagen von zweien oder mehreren gelenkt wird. Dann erübrigt sich alle weiteren Fragen bzgl. verschiedenen Gottheiten, vor allem im hinduistischen, wo einige Menschen noch denken, dass es verschiedene3 Götter waren, die auf die Erde herabgekommen sind. Vielleicht sollte man verstehen, welche Bedeutungen die Termini Kadavul (கடவுள்1), Iraivan (இறைவன்1), Pursuhan (புருஷன்1) etc. noch haben, dann wird man feststellen, dass dies alles nicht mit dem Höchsten verwechselt werden darf, aber trotzdem dahingehören. Dies ist kein Widerspruch. Hier hilft auch den Begriff Atma2 (ஆன்மா) zu verstehen.

Unabhängig von der obigen Aufklärung sollte jedem im Kali-Yuga eines bewusst sein, dass die wunderbaren Persönlichkeiten wie Karnan oder Bheesmha in der Schlacht zu Kurukshetra Ihr Leben lassen mussten, nur weil sie auf der Seite des Bösen standen. Sie alle werden wieder in der Kali-Yuga da sein, aber diejenigen, die in der kali-Yuga verbannt werden, erfahren keine Wiedergeburten, sondern das Unendliche Leiden für die Unendlichkeit. Dies ist eine wichtige Botschaft!

Teil 3 (16. August 2017, Göttliche Fügung und Schicksal)

In unserem B2B-Zeitalter, ist das Verständnis von Schicksal in die Vergessenheit geraten. Da wird eher durch die Technisierung hervorgerufenen Handlungen Bestimmter gedacht, als an die göttliche Fügung. Leider habe ich bis jetzt nicht einmal in den hinduistischen Schriften4 eine Gute Erklärung gefunden, so dass ich dies hier genau erklären werde.

Leider verstehen dies viele noch falsch, sogar viele Autoren, die mit dem Hinduismus auseinandergesetzt haben, haben dies nicht richtig verstanden. Schicksal ist nicht gleichzusetzen bzw. Deckungsgleich mit dem Terminus Determinismus. Außerdem gibt es noch eine Passage (siehe Punkt 2) in der Gita, dass indirekt mit Schicksal zu tun hat, was auch eine Erklärung von Nöten hat.

Schicksal erklärt der Hinduismus folgendermaßen: Schicksal wird durch seine eigenen Handlungen (Karma) verursacht. Karma sind alle Handlungen von seinen früheren Geburten bis zu der aktuellen Stunde. Dies wiederum heißt nur, dass es die Bahnen für zukünftige Ereignisse öffnet bzw. schließt. Anders ausgedrückt, es existieren bestimmte Freiheitsgrade. Man kann die technische Definition des Begriffes Freiheitsgrade zu Rate ziehen und dies dann auf Schicksal anwenden, dann wird man feststellen, dass Schicksal nicht mit Determinismus verwechselt werden darf. Determinismus zwingt nämlich dazu, dass ein (intelligentes) Wesen, wie der Mensch keinen freien Willen hat – dies aber trifft nicht zu. Natürlich werden die Menschen ins unserem B2B-Zeitalter durch Technisierung manipuliert, so dass es nur den Anschein eines freien Willens existiert – aber dies ist ein eigenes Thema für sich.

Das teuflische Eingreifen in den freien Willen, wird nicht für die Filterung in der Kali-Yuga von Bedeutung sein, so ähnlich wie es im juristischen ist. Ob jemand jemanden in den Tod treibt/stoßt, nur weil man psychisch krank ist, wird zwar für die Gewichtung der Strafen herangezogen, aber man wird trotzdem für die Handlungen büßen müssen. Genauso ist die Filterung in der Kali-Yuga, die Gewichtung findet erst in der Hölle statt. Das frittiert werden vorher ist nur ein Vorgeschmack und für die Nachwelt.

Punkt 2: In der Gita wird von Krishna zu verstehen gegeben, dass er (Personifikation Gottes) die treibende Kraft in allem und jedem ist. Jetzt fragt sich manch einer, wenn er die treibende Kraft ist, wieso gibt es das Böse und das Teuflische? Dies ist kein Widerspruch, sondern eine Bestätigung der vorhandenen Freiheitsgrade und daraus resultierenden Freien Willen. Sogar im teuflischen wird Gott die Treibende Kraft sein, in dem er in den freien Handlungen der Teufel und deren Helfer teilweise Zeichen setzt, ohne dass dies weder denen Bewusst noch von Vorteil sein wird. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Das Ende des Bösen und des Teuflischen ist besiegelt. Jede Handlung oder die nicht-Handlung macht es nur schlimmer und das schnelle heranschreiten vom Ende.

Noch was Interessantes aus dem Hinduismus. Es gab in den früheren Zeiten Asketen, die durch Wände5 gehen konnten. Jetzt wird der eine oder die andere anfangen zu lachen. Nein, es gibt keinen Grund dazu. Wer sich mit Physik6 und Wahrscheinlichkeitstheorie auseinandergesetzt hat, der weiß, dass es diese Möglichkeit physikalisch im Wahrscheinlichkeitsraum existiert – aber dies wiederum ist ein eigenes Thema für sich. Man muss verstehen, was Atome und deren weitere Zerlegungen in der mikroskopischen Welt der Quanten sind, dann wird man schnell feststellen, dass sogar eine feste Materie nicht wirklich fest ist 😉.

Fußnote

1 Leider ist die Definition dort nicht vollständig. Ich habe momentan noch keine Online Wörterbuch (அகராதி) gefunden, wo es vollständig ist.

2 Der Abschnitt „Kritik der Atman-Lehre im Buddhismus“ im Artikel von Atma entspricht nicht der wirkliche geschichtliche Verlauf. Viele Auslegungen wurden im Laufe der Zeit durch Menschen, teilweise so wie es denen Recht war, angepasst. Dies war in allen Glaubensrichtungen der Fall, weil vor allem die Religion in diesen Zeiten den Zusammenhalt einer Gesellschaft diente, wie heutzutage die Verfassung eines demokratischen Rechtstaates die Rolle in der Moderne übernommen hat.

3 Im Hinduismus, scheint auf dem ersten Blick die Trinitäten (Brahma, Vishnu und Shiva) in ihrem Aufgabengebiet aufgeteilt zu sein. Shiva und Vishnu sind identisch. Dies steht auch in den Veden. Die verschiedenen Namen (und deren Aufgaben) werden als Synonyme benutzt, und der Namensgebung HariHara verdeutlicht dies am besten. Brahma war das erste Wesen, dies symbolisiert die Nabelschnur. Brahma ist aus der Nabelschnur Vishnus (≡ Shivas) entstanden. Hier sollte jedem klar sein, dass man erst die Administration (Brahma, Devar etc.) erschaffen muss, bevor man die restlichen bis hin zu den einfachen Menschen erschafft. Murugan ist identisch mit Shiva, genauso Vinayaghar. Zuletzt noch die Auflösung Shakthis (oder auch Parvathy genannt), die bessere Hälfte Shivas. Shakthi ist Teil Shivas, somit gibt es nur einen Ursprung, nämlich Shiva (≡ Vishnu).

4 Mit Schriften meine ich nicht direkt die Schriften wie die Gita oder die Veden, sondern die Interpretationen und Kommentare, die so ein Werk nötig hat, damit es von jedem verstanden wird.

5 Die amerikanischen Geheimdienste wussten dies alles, siehe dazu:

6 Im Alter von 12/13 Jahren wollte ich ursprünglich Physik studieren, damit ich später Astronaut werden kann. Dies war die Motivation, warum ich bereits in den frühen Jahren mit Physik und Astrophysik auseinandergesetzt habe.

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