Schlagwort-Archive: Bhagavad Gita

Wichtiges aus dem Buch „Bhagavad Gita – von Michael von Brück & Bede Griffiths“

Wichtiges aus dem Buch „Bhagavad Gita – von Michael von Brück & Bede Griffiths“

[Nachtrag: 12.01.2017]

Bevor ich mit der Zusammenfassung anfange, ein Zitat aus der Bhagavad Gita als Einführung: Die Verblendeten missachten mich, wenn ich menschliche Form annehme. Sie kennen meine höhere Seinsweise nicht, in der ich der große Herr der Schöpfung bin.

Farbhervorhebungen und deren Bedeutung

Farbe: grün        →         meine Formulierung/Kommentar
Farbe: blau        →         aus dem Buch, elementar wichtig

Prakriti

S. 86  → Diese Gedanken sind aus der Samkhya-Philosophie abgeleitet. Danach sind alle Aktivitäten der Naturkräfte Modifikationen in der prakriti. Purusha hingegen ist Geist, Bewusstsein und vollkommen inaktiv. Bildhaft drückt sich diese Anschauung aus in der Göttin Kali, die auf dem liegenden Körper Shivas tanzt. Shiva ist hier reines Bewusstsein, Geist, inaktiv und vollkommen ruhig. Alle Energie und Aktivität kommt aus dem weiblichen Prinzip, der Natur, der prakriti.

Guru, Vermittlung vom Wissen

S. 93 → Die alten spirituellen Lehren sollen in ununterbrochenen Traditionslinien vom Ursprung der Zeit bis in unsere Gegenwart authentisch überliefert worden sein. Yoga ist nach solchen Vorstellungen so alt wie die Welt. Deshalb muss man sich einem Guru anvertrauen, der von einem anderen Guru initiiert worden ist usw. Für die Vermittlung vom Wissen jeglicher Art brauchen wir immer einen guten Guru (= Lehrer/Lehrerin), ansonsten werden wir „immer“ von der Dunkelheit/Unwissenheit umgeben sein. Ein Guru, der sich selbst in der Unwissenheit findet oder bewußt, die Dunkelheit streut (z. B. Wissen begräbt), kann natürlich kein guter Guru sein.

Vier Yugas

S. 94 → In der Hindu-Chronologie unterscheidet man vier yugas oder Zeitalter. Am Anfang gab es ein Goldenes Zeitalter, wo der Mensch Gott am nächsten war und dem dharma gemäß lebte, ohne dafür Unterweisung zu benötigen. Gemäß der Hindu-Tradition stand der Mensch auf vier Beinen. Dann im Silbernen Zeitalter stand er auf dreien, im Bronzenen Zeitalter auf zweien und jetzt leben wir im Eisernen Zeitalter, dem kali-yuga, wo der Mensch auf einem Bein steht und alles vom Kollaps bedroht ist. Der moderne Mensch hat eher die umgekehrte Vorstellung von einer Kurve des Fortschritts, so dass im Verlaufe der Zeit die menschliche Entwicklung zum besseren voranschreitet, wobei der Mensch des 20. Jahrhunderts meint, seine Lebensform entspreche der Krone der Menschheit, der Geschichte und der Schöpfung. Dies sind also zwei ganz unterschiedliche Gesichtspunkte, jeder mit seiner eigenen Gültigkeit. Wir meinen, allmählich fortzuschreiten, während die Alten der Meinung waren, dass die transzendente Weisheit ewig sei und von Anfang an vom Menschen erkannt worden wäre. Wir schreiten gewiss im quantifizierenden Wissen und in technologischer Machbarkeit voran, aber nicht in dieser wesentlichen Weisheit. Sie wird nun dem Arjuna durch Krishna offenbart. Er offenbart sie ihm, denn »du bist ja mein Anbeter und Freund«. Der Begriff, der dafür gebraucht wird, ist bhakta. Dieses Wort ist ein Schlüsselwort in der Gita. Die Wurzel von bhakta ist bhaj. Sie scheint ursprünglich zu bedeuten: »teilhaben an«, »an etwas teilnehmen« und dann auch »durch Affekt teilnehmen«. Diese verschiedenen Bedeutungsnuancen sind geblieben. Aber zur Zeit der Gita bedeutete das Wort vor allem »Liebe« und »Loyalität«. Es ist eine devotionale Liebe, die konstant und verlässlich ist, nicht eine leidenschaftliche.

Avatara

S. 98 →
7:
Immer wenn die Weltordnung niedergeht und Unordnung zunimmt, du Nachkomme des Bharata, dann schaffe ich mich selbst;

8:
Als Zuflucht für die Gerechten und zur Vernichtung der Übeltäter, um die Weltordnung wieder herzustellen, entstehe ich von Zeitalter zu Zeitalter.

In diesem Zusammenhang bedeutet Zeit „Ära“.

Das Wort srijami kommt von der Wurzel srij, und diese bedeutet »schaffen« oder »projizieren«: Ich projiziere mich selbst, ich schaffe mich selbst. Ich gebäre mich selbst. Das ist die Vorstellung vom Avatara, der Herabkunft Gottes in die Welt. Man spricht von zehn klassischen Avataras oder Inkarnationen Vishnus, und Krishna gilt als eine von ihnen.

Die zehnte Avatara heißt Kalki Avatara, der den Reinigungsprozess einleitet.

Kundalini-yoga: Sieben Chakras/psychische Energie Punkte/Zentren

S. 135/136 → Die göttliche Energie, so heißt es, ist an der Basis der Wirbelsäule konzentriert. Man hat dafür das Bild einer zusammengerollten Schlange geprägt, und diese Energie muss allmählich nach oben durch die einzelnen Zentren hindurchgezogen werden. Das erste Zentrum an der Basis der Wirbelsäule heißt muladhara. Darüber ist das Zentrum der Geschlechtskraft, das svadhishtana heißt. Es ist überhaupt das Zentrum der schaffenden Lebensenergie. Darüber in der Nabelgegend ist das manipura cakra, das als Zentrum des emotionalen Lebens gilt. Dann kommt das Herzzentrum, anahata cakra, der Sitz des Willens und der Affekte, wo sich die Person für andere öffnet. Darüber liegt das Kehlkopfzentrum, vishuddha cakra, wo die Fähigkeit der subtilen Energieströme von Rede, Poesie und Musik zentriert sind. Höher noch ist das ajna cakra am Punkt zwischen den Augenbrauen gelegen. Das ist der Ort der reinen Intelligenz und das Zentrum des Lichtes. Es ist der Punkt zwischen den Augenbrauen, der hier im Gita-Text erwähnt wird. Schließlich befindet sich ganz oben an der Spitze des Kopfes der sogenannte tausendblättrige Lotos, das sahasrara cakra. Alle diese Energien verschmelzen an diesem Punkt am Scheitel, wo sie sich für das Göttliche Licht öffnen. Das ist der Punkt, wo die Person zur ihrer vollendeten Blüte entfaltet ist und ihre Vollkommenheit erreicht. S. 150 → 9: Derjenige zeichnet sich aus, der gegenüber Freunden, Gefährten und Feinden, Neutralen, Gegnern und Verwandten sowie Guten und Bösen gleichen Sinnes ist.

Die Kontrollinstanzen – ideale Hierarchie

S. 160 → Das Bewusstsein soll die Sinne kontrollieren. Wenn die Sinne unkontrolliert bleiben, gebärden sie sich wie die wilden Pferde eines schlechten Wagenlenkers. Wenn sie aber durch das Bewusstsein kontrolliert werden, ähneln sie gut zugerittenen Pferden, und der Wagen kann problemlos gesteuert werden. In der Katha Upanishad werden die menschlichen Fähigkeiten dreifach unterschieden: die Sinne (indriyas), der Verstand (manas) und die höhere Vernunft (buddhi). Die Kontrollinstanzen - ideale Hierarchie

Yoga

S. 174 →
3:
Unter Tausenden von Menschen strebt kaum einer nach Vollkommenheit und unter denen, die nach Vollkommenheit streben, kennt kaum einer mich wirklich.

S. 199 →
Es wird eine Geschichte von einem Yogi Tapasvi Maharaj erzählt, der erst mit 185 Jahren gestorben ist. Er konnte den Tod spüren und so den Menschen mitteilen, wann ganz genau sein Tod eintreten wird, so dass ein Richter aus Bangalore Zeuge seines Todes wurde. Dieser Richter schrieb auch eine Biografie über den Yogi. Der Yogi wurde dreimal während seines langen Lebens mit einer besonderen Medizin, welches kaya-kalpa heißt, die aus bestimmten Kräutern aus dem Himalaya stammen, behandelt. Diese Kräuterbehandlung leitete den Verjüngungsprozess ein. Man konnte bei ihm dies nur dreimal durchführen, da schließlich die Wirkung nachließ.

Unterschied zwischen Jnana (Weisheit) und Vijnana (Wissenschaft)

S. 207/208 →
Hier geht es um jnana, die höchste Weisheit, die wir einigendes Wissen oder intuitive Weisheit nennen können; sie wird unterschieden von vijnana, dem unterscheidenden Wissen. Die meisten Menschen kennen nur vijnana. Sie können nur mit ihren diskursiven mentalen Fähigkeiten Eindrücke unterscheiden und erlangen niemals jnana. Wenn man aber jnana erlangt hat, so ist darin auch vijnana, die Unterscheidung, enthalten. Jnana und vijnana gehören zusammen.

S. 213 →
10:
Unter meiner Aufsicht gebiert die Natur belebte¹ und unbelebte² Wesen. Aus diesem Grunde, Kunti-Sohn, ist das Universum in ständiger Bewegung. ¹ biologische Definition von Lebewesen ² unbelebte Materie wie z. B. Stein

11:
Die Verblendeten missachten mich, wenn ich menschliche Form annehme. Sie kennen meine höhere Seinsweise nicht, in der ich der große Herr der Schöpfung bin.

Die drei Grundeigenschaften der Natur

S. 311, 314, 315 →
Sattva:
Licht, Intelligenz, das Gute, Klarheit, Harmonie

Rajas:
Energie, Mut, Kraft, Gier, Bewegung, Rastlosigkeit

Tamas:
Ruhe, Faulheit, Dunkelheit, Trägheit, Chaos, Unwissenheit

Pravritti ist die Kraft, die den Menschen zur Aktivität nach außen treibt, im Gegensatz zu nivritti, der zentrierenden oder nach innen sich sammelnden Kraft.

Hier steht der Begriff trishna, ein buddhistisches Wort, das »Anhaften am Leben« oder »Durst nach Dasein« bedeutet. Es ist der Durst nach Dasein, der uns an die Welt bindet.

S. 316 →
Ajnana, Unwissenheit, ist hier der Schlüsselbegriff. Denn so wie jnana, Weisheit, die Wirkung von sattva ist, so ist Unwissenheit die Wirkung von tamas.

S. 319 →
Die Frucht guten Handelns ist nirmala, ohne Befleckung, rein. Die Frucht von rajas ist duhkha, Leiden und Schmerz. Die Frucht von tamas ist Unwissenheit, ajnana, die Verdunkelung des Bewusstseins. Wiederum fällt auf, dass rajas und tamas immer mit negativen Begriffen besetzt sind, während allein sattva eine positive Wertung erfährt. Wir sollten aber eine balanciertere Haltung einnehmen und erkennen, dass die Energien von rajas (Energie) und tamas (Festigkeit und Solidität) auch notwendig sind für ein ausgeglichenes Leben.

Man sollte nicht vergessen, dass jedes Lebewesen und auch die unbelebte Materie eine Ruhephase (tamas) z. B. den Schlaf benötigt für die Regeneration.

16:
Man sagt, die Frucht der wohlgetanen Handlung ist von Reinheit gezeichnet und makellos; die Frucht der Energie aber ist Leiden, die Frucht der Trägheit ist Unwissenheit.

17:
Aus Reinheit entsteht Erkenntnis und aus Energie die Gier; aus Trägheit entstehen Nachlässigkeit, Verblendung und Unwissenheit.

18:
Die in Reinheit Befindlichen gehen aufwärts; die von Energie Geprägten bleiben in der Mitte; die von Trägheit, der niedrigsten der Grundeigenschaften, Geprägten, gehen abwärts.

Brahman, Atman, etc.

S. 324 →
27:
Denn ich bin die Grundlage des Brahman (BrahmanBrahma), des unsterblichen und unveränderlichen, und der ewigen universalen Ordnung und der einzigartigen Seligkeit.

S. 331 →
10:
Ob er nun den Körper verlässt oder bleibt oder genießt, was durch die Grundeigenschaften geprägt ist – die Verblendeten sehen Ihn nicht. Nur diejenigen schauen Ihn, die das Auge der Weisheit haben.

Der gewöhnliche Mensch sieht mit dem Verstand und den Sinnen, aber der Weise erkennt, dass Verstand und Sinne alle im atman wurzeln. Wir brauchen das dritte Auge, das Auge der Weisheit, um hinter der äußerlichen Person den Christus in uns selbst zu entdecken.

S. 338 →
19:
Wer mich so, frei von Verblendung, als Höchsten Göttlichen Geist erkennt, der erkennt alles und hat Anteil an mir mit seinem ganzen Wesen, Nachkomme des Bharata. 

S. 348 – 354 →
4:
Heuchelei, Arroganz und Hochmut, Zorn, Grobheit und Unwissenheit dies sind die Werte dessen, Pritha-Sohn, der zu widergöttlicher Existenzweise geboren ist.

5:
Göttliche Existenzweise führt zu Befreiung, widergöttliche zu Fesselung, so heißt es. Sorge dich nicht, denn du bist zu göttlicher Existenzweise geboren, Pandu-Sohn.

6:
In dieser Welt gibt es zwei Arten von geschaffenen Wesen: göttliche und widergöttliche. Von der göttlichen ist bereits ausführlich gesprochen worden. Höre nun von mir über die widergöttliche, Pritha-Sohn.

7:
Die widergöttlich bestimmten Wesen kennen nicht den Unterschied von Zuwendung zur Welt und Abwendung von ihr, auch nicht Reinheit und rechten Lebenswandel. Wahrheit findet man in ihnen nicht.

8:
Sie sagen, dass die Welt weder Wahrheit noch eine Grundlage noch einen göttlichen Herrn habe und nicht durch gesetzmäßige Verursachung entstanden sei. Ist sie etwa anders als durch Begierde entstanden?

»Widergöttliche« Menschen wissen nicht, was zu tun und was zu lassen ist. Nicht, dass sie nicht aktiv wären, aber sie kennen weder Reinheit noch Moralität noch Wahrheit.

Dies ist tatsächlich eine treffende Beschreibung für die Ungläubigen zu allen Zeiten und in allen Religionen.

9:
Menschen, die sich dieser Ansicht anschließen, geben sich selbst verloren und sind von wenig Einsicht. Sie erweisen sich als Täter von Grausamkeiten, die zum Untergang der Welt führen; sie sind Feinde.

10:
Sie sind abhängig von unstillbarer Begierde und voller Heuchelei, Stolz, Lüsternheit. Da sie aus Verblendung falsche Vorstellungen angenommen haben, handeln sie nach unreinen Lebensregeln. Kama ist die Lust oder das Verlangen, die Leidenschaft, die einen Menschen blind machen kann, wie wir bereits im zweiten Kapitel sahen. Dies ist der Grund, weshalb Menschen gegen ihren Willen Böses tun.

11:
Sie sind maßloser Sorge erlegen, die erst mit dem Tod endet, und machen den Genuss von Lust zu ihrem höchsten Ziel. Sie sind überzeugt, dass dies alles ist, was es gibt.

12:
Gebunden von hundert Fesseln der Erwartungen, verfallen an Begierde und Zorn, so gieren sie nach Lustgenuss, indem sie Reichtümer unrechtmäßig anhäufen.

19:
Ich schleudere immer wieder solche gemeine Menschen, die hassen, grausam und unrein sind, in den Kreisläufen von Wiedergeburten in wiedergöttliche Schöße hinein.

In dem Reinigungsprozess der Kali-Yuga wird dies nicht der Fall sein. Diese Art von Menschen werden das Unendliche Leiden kennenlernen. Sie werden weder Widergeboren noch erlangen Sie zum Schoß Gottes.

S. 378 →
Eine der großen Intuitionen der Gita beinhaltet, dass die Quelle von allem, was sich in der Welt ereignet, die eine ewige Wirklichkeit ist; nur unsere Unwissenheit lässt uns die Raum-zeitlichen Phänomene für das letztgültig Wirkliche halten.

S. 380, 381, 382, 383, 384 →
Durch Rajas (an)getriebene Handlung (24, 27, 31, 34, 38)

  • Eine Handlung aber, die mit großer Anstrengung zur Erfüllung von Begierden oder auch aus Ich-Sucht vollzogen wird, wird als Energie-geprägt bezeichnet.
  • Leidenschaftlich, verlangend nach der Frucht des Tuns, habgierig, gewaltbereit, unrein, von Freude und Kummer umgetrieben – ein so Handelnder wird Energie-geprägt genannt.
  • Vernunft, durch welche man falsch unterscheidet, was recht und unrecht, was zu tun und zu lassen ist, ist Energie-geprägt, Pritha-Sohn.
  • Beständigkeit aber, Arjuna, durch welche man Pflichten, Lust und Reichtum erwirbt, anhaftend und gierig nach Erfolg, solche Beständigkeit ist Energie-geprägt, o Pritha-Sohn.
  • Glück, das durch die Verbindung von Sinnen und Objekten zu Beginn dem Nektar der Unsterblichkeit gleicht, in der Weiterentwicklung aber wie Gift wirkt, wird als Energie-geprägtes erachtet.

Durch Tamas (an)getriebene Handlung (25, 28, 39)

  • Eine Handlung, die unter Missachtung der Folgen – etwa Zerstörung oder Verletzung anderer – und auch der eigenen Kraft, aus Verblendung vollzogen wird, wird Trägheits-geprägt genannt.
  • Ungezügelt, vulgär, stur, niederträchtig, unaufrichtig, faul, depressiv und zögerlich – ein so Handelnder wird Trägheits-geprägt genannt.
  • Vernunft, die Unrechtes für recht hält, weil sie von Dunkelheit umhüllt ist und alle Dinge ins Gegenteil verkehrt, ist Trägheits-geprägt, Pritha-Sohn.
  • Glück, das zu Beginn wie am Ende eine Verblendung des Selbst darstellt, da es aus Schläfrigkeit, Faulheit und Nachlässigkeit entsteht, gilt als Trägheits-geprägt.

 Durch Sattva (an)getriebene Handlung (26, 33, 37)

  • Frei von Anhaften, ohne Ich-Bezogenheit, erfüllt von Beständigkeit und Entschlusskraft, unbeirrt von Erfolg und Misserfolg – ein so Handelnder wird Reinheits-geprägt genannt.
  • Beständigkeit, durch die man die Funktionen des Denkens, der Lebensenergie und der Sinne durch unentwegte Yoga-Übung geeint zusammenhält – solche Beständigkeit ist Reinheits-geprägt, O Pritha-Sohn.
  • Was zu Beginn wie Gift erscheint, in der Entwicklung aber dem Nektar der Unsterblichkeit gleicht, das ist ein Glück, das als Reinheits-geprägt verkündet wird, da es der eigenen Vernunft und Klarheit entspringt.

Es ist nützlich zu prüfen, ob die eigenen Einstellungen und Handlungen von den Qualitäten sattva, rajas oder tamas geprägt sind. Die drei Grundeigenschaften müssen aber im Verlauf unseres Reifungsprozesses zur Harmonie kommen. Tamas und rajas sollen unter vollständige Kontrolle der sattva-Qualität gelangen, die alles durchdringen muss.

Das Wort für Beständigkeit ist dhritya. Die Wurzel dhr ist dieselbe, die wir auch in dharma haben und die das Gesetz bezeichnet, das alles im Universum verlässlich lenkt und auch unsere Pflicht beschreibt.

Eine Grundeinsicht der Gita ist die, dass der Pfad der Tugend am Anfang schwierig zu sein scheint, später aber Freude und Erfüllung bringt, während der Pfad des Lasters anfangs attraktiv und vergnüglich erscheint, schließlich aber in Trauer und Leiden endet. Eine ähnliche Erfahrung drückt sich im Evangelium* so aus: »Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen ihn. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dorthin ist schmal, und nur wenige finden ihn.« * Matthäus Evangelium (7:13)

S. 384, 385 →
40:
Weder auf der Erde noch bei den Göttern im Himmel gibt es ein Wesen, das von diesen drei Grundeigenschaften frei wäre, die mit der Natur selbst gegeben sind.

Hier wird das Wort „Göttern“ im Plural verwendet. Dies ist ein Übersetzungs-/Verständnisfehler des Autors. Hier werden die Devas gemeint sein. Diese und ähnliche Fehler findet man auch bei anderen Autoren und Übersetzer.

In der indogermanischen Sprache, wozu auch die deutsche Sprache gehört, beschreibt das Wort Gott, das eine einzig Wahre. In der drawidischen Sprache, wozu offiziell die tamilische Sprache gehört und im Sanskrit, gibt es unterschiedliche Begriffe:

Para-Brahman, Purushothaman, Purusha, Paramporul, Iraivan, Kadavul etc.

Diese Begriffe beziehen sich meistens immer auf das eine Wahre göttliche, aber mit unterschiedlichen Namen, wie Shiva, Murughan, Pillaiyaar, Vishnu etc., aber sie müssen nicht zwingend laut deren Definitionen darauf (Shiva  Murughan Pillaiyaar  Vishnu …) beziehen. Was ich versuche zu erklären ist, dass z. B. das Wort Purusha kann auch Ehemann bedeuten.

Shiva und Parvathy bzw. Purusha und Prakriti bilden nur auf dem ersten Blick eine Dualität. Sie sind eine Seele in zwei Körpern.

Hier ist wieder die Grundunterscheidung der Wirklichkeit in purusha, Geist, und prakriti, Materie, aufgenommen. Die Schöpfung entsteht aus der Einheit beider und wird durch die drei Grundeigenschaften sattva, rajas und tamas geprägt. Wenn sattva dominiert, entsteht das Gute. Wenn rajas dominiert, entsteht Gewalt. Wenn tamas dominiert, sinkt alles herab in die Dunkelheit und zum Tod.

Hinweis

≡ (ausgesprochen: kongruent)

Dies ist ein mathematisches Symbol für Identität. Mit diesem Symbol wird ausgedrückt, dass beide Seiten, die durch das Symbol getrennt sind, identisch sind. Damit will ich ausdrücken, das die Namen der Gottheit wie Shiva ≡ Vishnu für identische Gottheit steht. Es sind keine zwei verschiedene Götter, sondern nur verschiedene Namen für die eine Wahre Gottheit.

Quelle

Michael von Brück & Bede Griffiths: „Bhagavad Gita – Mit einem spirituellen Kommentar von Bede Griffiths. Aus dem Sanskrit übersetzt, eingeleitet und erläutert von Michael von Brück“, (1993), ISBN: 3-466-20373-2

Englische Originalausgabe

River of Compassion: A Christian Commentary on the Bhagavad Gita“ von Bede Griffiths, (1987), Element Books, Nachdruck 1995: ISBN 0-8264-0769-2

Online erhältlich als eBook (deutsche Ausgabe)

Universitätsbibliothek der Ludwig Maximilian Universität München (LMU) PDF-Datei (ca. 31MB)

Das richtige Deuten der Bhagavad Gita

Das richtige Deuten der Bhagavad Gita

[Nachtrag: 16.08.2017]

Teil 1 (12. August 2016)

Ich habe die Bhagavad Gita mehrmals gelesen bzw. studiert, nicht nur in der deutschen Sprache, sondern auch auf Tamilisch und auch von verschiedenen „Autoren/Übersetzer“. Wobei das Tamilische, wenn es vom Sanskrit direkt übersetzt worden ist, eher vom Inhalt dem Originale geglichen hat, wie es vielleicht nicht in eine andere Sprache dies möglich sein könnte. Wer schon Texte in eine andere Sprache übersetzt hat, wird dies eher verstehen wovon ich rede. Der vorletzte Satz soll nicht implizieren, dass ich des Sanskrits mächtig bin, aber viele Begriffe sind auch Teil der tamilischen Sprache. Wenn ich aber die Übersetzungen ins deutsche z. B. lese, dann merke ich, dass dies nicht den ursprünglichen Inhalt wiederspiegelt. Noch kommt hinzu die zeitliche Distanz zum Ur-Werk/Original. Diese dann auch richtig in unsere Zeit passend transferiert zu übersetzen ist leider bis jetzt noch keinen Autoren gelungen, zumindest nicht, von denen ich bereits eine der Übersetzung/Erläuterung/Interpretation gelesen bzw. studiert habe.

Wir fangen mit dem Thema des Kastenwesens an, damit endlich dies korrigiert wird. Das Kastenwesen ist nichts anderes als, dass es die Menschen in verschiedenen Kompetenzfelder eingeordnet hat. Die Betonung liegt auf dem Wort Kompetenz!

Es war immer üblich, wie es bis vor kurzem in der westlichen und östlichen Welt dies auch gang und gebe war oder vielleicht noch teilweise immer noch ist, dass das Wissen des Familienhandwerks, immer von einer Generation in die nächste übermittelt worden ist.

Gott wird niemals Menschen in verschiedenen Klassen unterteilen, so dass man daraus schließt, dass ihm einige weniger oder mehr wert sind, als die anderen. Er unterscheidet in dieser Hinsicht weder Geschlecht, Kultur noch andere klassifizierende Merkmale – er unterscheidet auch nicht zwischen den verschiedenen Lebensformen.

Bevor ich weitere Beiträge über die Gita oder ähnlichem schreibe, möchte ich vorher für allemal die Missverständnisse und Missinterpretationen aus der Welt schaffen. Wie ich bereits in einem meiner Beiträge geschrieben habe, ist es wichtig, dass man über Begrifflichkeiten im Klaren ist.

Teil 2 (14. August 2017)

Krishna als Wagenlenker für Arjunan in der Schlacht zu Kurukshetra. Welche Botschaft enthält diese Handlung noch? Die Personifikation Gottes auf der Seite des Guten stehend und gleichzeitig symbolisiert seine Handlung, die absolute Wahrheit über die Handlung Gottes. Er ist der einzige Lenker im gesamten Universum und darüber hinaus. Hier sollte man fragen, was passieren würde, wenn ein Waagen von zweien oder mehreren gelenkt wird. Dann erübrigt sich alle weiteren Fragen bzgl. verschiedenen Gottheiten, vor allem im hinduistischen, wo einige Menschen noch denken, dass es verschiedene3 Götter waren, die auf die Erde herabgekommen sind. Vielleicht sollte man verstehen, welche Bedeutungen die Termini Kadavul (கடவுள்1), Iraivan (இறைவன்1), Pursuhan (புருஷன்1) etc. noch haben, dann wird man feststellen, dass dies alles nicht mit dem Höchsten verwechselt werden darf, aber trotzdem dahingehören. Dies ist kein Widerspruch. Hier hilft auch den Begriff Atma2 (ஆன்மா) zu verstehen.

Unabhängig von der obigen Aufklärung sollte jedem im Kali-Yuga eines bewusst sein, dass die wunderbaren Persönlichkeiten wie Karnan oder Bheesmha in der Schlacht zu Kurukshetra Ihr Leben lassen mussten, nur weil sie auf der Seite des Bösen standen. Sie alle werden wieder in der Kali-Yuga da sein, aber diejenigen, die in der kali-Yuga verbannt werden, erfahren keine Wiedergeburten, sondern das Unendliche Leiden für die Unendlichkeit. Dies ist eine wichtige Botschaft!

Teil 3 (16. August 2017, Göttliche Fügung und Schicksal)

In unserem B2B-Zeitalter, ist das Verständnis von Schicksal in die Vergessenheit geraten. Da wird eher durch die Technisierung hervorgerufenen Handlungen Bestimmter gedacht, als an die göttliche Fügung. Leider habe ich bis jetzt nicht einmal in den hinduistischen Schriften4 eine Gute Erklärung gefunden, so dass ich dies hier genau erklären werde.

Leider verstehen dies viele noch falsch, sogar viele Autoren, die mit dem Hinduismus auseinandergesetzt haben, haben dies nicht richtig verstanden. Schicksal ist nicht gleichzusetzen bzw. Deckungsgleich mit dem Terminus Determinismus. Außerdem gibt es noch eine Passage (siehe Punkt 2) in der Gita, dass indirekt mit Schicksal zu tun hat, was auch eine Erklärung von Nöten hat.

Schicksal erklärt der Hinduismus folgendermaßen: Schicksal wird durch seine eigenen Handlungen (Karma) verursacht. Karma sind alle Handlungen von seinen früheren Geburten bis zu der aktuellen Stunde. Dies wiederum heißt nur, dass es die Bahnen für zukünftige Ereignisse öffnet bzw. schließt. Anders ausgedrückt, es existieren bestimmte Freiheitsgrade. Man kann die technische Definition des Begriffes Freiheitsgrade zu Rate ziehen und dies dann auf Schicksal anwenden, dann wird man feststellen, dass Schicksal nicht mit Determinismus verwechselt werden darf. Determinismus zwingt nämlich dazu, dass ein (intelligentes) Wesen, wie der Mensch keinen freien Willen hat – dies aber trifft nicht zu. Natürlich werden die Menschen ins unserem B2B-Zeitalter durch Technisierung manipuliert, so dass es nur den Anschein eines freien Willens existiert – aber dies ist ein eigenes Thema für sich.

Das teuflische Eingreifen in den freien Willen, wird nicht für die Filterung in der Kali-Yuga von Bedeutung sein, so ähnlich wie es im juristischen ist. Ob jemand jemanden in den Tod treibt/stoßt, nur weil man psychisch krank ist, wird zwar für die Gewichtung der Strafen herangezogen, aber man wird trotzdem für die Handlungen büßen müssen. Genauso ist die Filterung in der Kali-Yuga, die Gewichtung findet erst in der Hölle statt. Das frittiert werden vorher ist nur ein Vorgeschmack und für die Nachwelt.

Punkt 2: In der Gita wird von Krishna zu verstehen gegeben, dass er (Personifikation Gottes) die treibende Kraft in allem und jedem ist. Jetzt fragt sich manch einer, wenn er die treibende Kraft ist, wieso gibt es das Böse und das Teuflische? Dies ist kein Widerspruch, sondern eine Bestätigung der vorhandenen Freiheitsgrade und daraus resultierenden Freien Willen. Sogar im teuflischen wird Gott die Treibende Kraft sein, in dem er in den freien Handlungen der Teufel und deren Helfer teilweise Zeichen setzt, ohne dass dies weder denen Bewusst noch von Vorteil sein wird. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Das Ende des Bösen und des Teuflischen ist besiegelt. Jede Handlung oder die nicht-Handlung macht es nur schlimmer und das schnelle heranschreiten vom Ende.

Noch was Interessantes aus dem Hinduismus. Es gab in den früheren Zeiten Asketen, die durch Wände5 gehen konnten. Jetzt wird der eine oder die andere anfangen zu lachen. Nein, es gibt keinen Grund dazu. Wer sich mit Physik6 und Wahrscheinlichkeitstheorie auseinandergesetzt hat, der weiß, dass es diese Möglichkeit physikalisch im Wahrscheinlichkeitsraum existiert – aber dies wiederum ist ein eigenes Thema für sich. Man muss verstehen, was Atome und deren weitere Zerlegungen in der mikroskopischen Welt der Quanten sind, dann wird man schnell feststellen, dass sogar eine feste Materie nicht wirklich fest ist 😉.

Fußnote

1 Leider ist die Definition dort nicht vollständig. Ich habe momentan noch keine Online Wörterbuch (அகராதி) gefunden, wo es vollständig ist.

2 Der Abschnitt „Kritik der Atman-Lehre im Buddhismus“ im Artikel von Atma entspricht nicht der wirkliche geschichtliche Verlauf. Viele Auslegungen wurden im Laufe der Zeit durch Menschen, teilweise so wie es denen Recht war, angepasst. Dies war in allen Glaubensrichtungen der Fall, weil vor allem die Religion in diesen Zeiten den Zusammenhalt einer Gesellschaft diente, wie heutzutage die Verfassung eines demokratischen Rechtstaates die Rolle in der Moderne übernommen hat.

3 Im Hinduismus, scheint auf dem ersten Blick die Trinitäten (Brahma, Vishnu und Shiva) in ihrem Aufgabengebiet aufgeteilt zu sein. Shiva und Vishnu sind identisch. Dies steht auch in den Veden. Die verschiedenen Namen (und deren Aufgaben) werden als Synonyme benutzt, und der Namensgebung HariHara verdeutlicht dies am besten. Brahma war das erste Wesen, dies symbolisiert die Nabelschnur. Brahma ist aus der Nabelschnur Vishnus (≡ Shivas) entstanden. Hier sollte jedem klar sein, dass man erst die Administration (Brahma, Devar etc.) erschaffen muss, bevor man die restlichen bis hin zu den einfachen Menschen erschafft. Murugan ist identisch mit Shiva, genauso Vinayaghar. Zuletzt noch die Auflösung Shakthis (oder auch Parvathy genannt), die bessere Hälfte Shivas. Shakthi ist Teil Shivas, somit gibt es nur einen Ursprung, nämlich Shiva (≡ Vishnu).

4 Mit Schriften meine ich nicht direkt die Schriften wie die Gita oder die Veden, sondern die Interpretationen und Kommentare, die so ein Werk nötig hat, damit es von jedem verstanden wird.

5 Die amerikanischen Geheimdienste wussten dies alles, siehe dazu:

6 Im Alter von 12/13 Jahren wollte ich ursprünglich Physik studieren, damit ich später Astronaut werden kann. Dies war die Motivation, warum ich bereits in den frühen Jahren mit Physik und Astrophysik auseinandergesetzt habe.

Ähnliche und weiterführende Beiträge