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Der Atman – Teil 2

Der Atman – Teil 2

[Nachtrag: 22. März 2020]

Was sind Identitäten0, wozu braucht der Mensch eine Identität und was ist das Selbst bzw. das Atman?

Das Formen von Kindern und das Pressen ihrer Identitäten, ist ein menschlicher Brauch, um dieses Wesen in das soziale Gefüge einzubetten.

An dieser Stelle ist es wichtig zu beachten, dass der Mensch weder böse noch dumm zu Welt kommt, sondern er wird nur dazu gemacht. Natürlich ist das Individuum selbst an der Formung mitbeteiligt bzw. ist auch dafür verantwortlich. Mir geht es hier nicht um die Schuldfrage, sondern um das Gesamtverständnis. Denkt auch an mein Beispiel in dem Dokument „4MA74 – Happy Valentine’s Day 2020 [Special-Cut].pdf“ mit den Alkalimetallen bzw. mit dem Pauli-Prinzip1. Was wollte ich damit alles zum Ausdruck bringen?

Würde ein Kind unter Tieren aufwachsen, dann nimmt dieses Kind die Identität der Tiere an, sogar wenn die Sinne das Gegenteil zu zeigen versuchen, d.h. ein Kind, welches von Wölfen großgezogen wird, denkt natürlich auch, dass es ein Wolf ist, obwohl die Anatomie das Gegenteil verdeutlicht.

Das Ich, was ein Mensch im Laufe des Lebens gedenkt zu sein, ist reine Suggestion, also nur eine Illusion, genauer gesagt ist es Maya. Es muss nicht die Wahrheit sein, geschweige denn die absolute Wahrheit. Ich kann es sogar euch versprechen, es ist nicht die Wahrheit. Der Pfad eines Menschen bis zur Erleuchtung oder auch nur bis zur Erlangung der Weisheit ist meistens steinig und lang – sie geht sogar über mehrere Wiedergeburten hinweg. Manches, vielleicht sogar Vieles verirrt2 sich auf dem Weg dahin. Wenn aus Manches Vieles wird, ist der Untergang bereits einprogrammiert, also der Determinismus rückt in den Vordergrund. Um dies zu erkennen, muss man kein Hellseher sein, sondern hier reicht sogar ein scharfer Menschenverstand.

Irgendwann, falls der Mensch nicht vom Pfad abgekommen ist bzw. wieder eingefunden hat und der Durst des Suchens nach der Wahrheit (noch) da ist, wird er dies auch finden. Dieses Individuum wird erkennen, dass es nicht das ist, was es immer zu glauben gedenkt hat.

Das Schlimme an der Menschwerdung ist, wenn er vergisst, dass er nur ein kleiner unwesentlicher Bruchteil dieser Welt, also der Natur ist, endet es früher oder später in der totalen Blindheit. Er sieht sich nicht mehr als ein Teil dieser Natur, sondern er fängt an zu glauben, wenn er es überhaupt kann, meistens sind dies seine Handlungen, die zu verstehen geben, dass die Natur nur ein Teil bzw. Teilmenge des Menschen ist. Er versklavt die Natur bzw. er stellt sich über die Natur – geprägt durch Ignoranz, Blindheit, das ist die Arroganz.

Diese Blindheit führt so weit, dass er denkt, die Natur braucht ihn und nicht umgekehrt. All dies fängt bereits im Kindesalter an.

Eure gesellschaftlichen Modelle, das kann Kultur, Religion, Sprache etc. sein, sind nicht dafür ausgelegt, die Wahrheit erfahren zu wollen, zu können geschweige denn zu müssen, sondern man soll lernen in den Ozeanen der Lügen zurecht zu finden. Hier wird sogar von Teilen der Wissenschaft Intelligenz suggeriert. 

Aus diesem Grund schaffen die meisten nicht bis zu dem Ufer des Erkenntnisses zu erlangen, das was man denkt zu sein, nicht das ist, was man ist – dies ist das Selbst. Der erste Schritt ist es, zu erkennen, dass man weder der Körper noch der Verstand ist. So schön wie Sadhguru dies des Öfteren zum Ausdruck bringt, musst das ICH was sein was dazwischen liegt.

Wenn der Körper nur eine Akkumulation von dem ist was wir zu uns nehmen, also die Nahrung, dann kann das ICH nicht dieser Körper sein. Da dieser Körper niemals beständig sein kann. Damit meine ich nicht die Wiedergeburten, sondern das Ständige erneuern der Zellen.

Die Nahrung, die wir zu uns nehmen, wird Teil von uns. Dies soll einem Bewusst werden. Das was vorher ein Mango war, ist jetzt zum Teil ein Teil von einem. Auch dies ist ein ständiger Kreislauf im Kreislauf.

Apropos, aus diesem Grund vermeiden die eigentlichen Hindus das Verzehren von Fleisch und Fisch, da diese den Sattva Guna unterdrücken bzw. die anderen zwei Gunas dominieren lassen – dies ist das animalische.

Wie sieht es mit dem Verstand bzw. Geist mit seinen Erinnerungen aus? Er ist auch nur eine Akkumulation aber von Emotionseindrücken, Erfahrungen, Wissen usw. Diese ist aber auch nicht beständig. Stellt euch vor, durch eine Krankheit oder einen Unfall, verliert ihr euren Verstand, d. h. eure Erinnerungen werden ausgelöscht oder sind nicht zugreifbar, aber keiner wird auf die Idee kommen zu sagen, dass er oder sie nicht er oder sie ist.

Wenn wir nicht der Körper sind, indem wir uns befinden und auch nicht der Verstand mit seinen Erinnerungen, den wir für das ICH halten, was sind wir dann wirklich?

Dies nennen die Hindus das Selbst bzw. das Atman – in der westlichen Hemisphäre gibt es ein Wort, welches diesem näher beschreibt, das ist die Seele.

Wenn der Mensch erkennt, dass er nicht dieser Körper, in dem er steckt oder dieser Verstand mit seinen Erinnerungen ist und auch noch erkennt, dass er nicht einmal dieses Selbst ist, sondern dieses Selbst eigentlich das Paramatman bzw. Para Brahman ist – dies ist der Punkt, wo das Ego verschwindet bzw. aufgelöst wird, dies ist der Zustand der Erleuchtung das ist Muthi (முத்தி).

Auch die Tradition der Begrüßung der Hindus, dass man die beiden Handinnenflächen zusammendrückt, so wie beim Beten, kommt aus dieser Philosophie heraus – in dir ist Gott, das ist das Atman bzw. Paramatman. Daraus wird – du bist Gott, aber ohne das Ego, Hochmut oder was anderem. Ein weiterer Grund für diese Begrüßung hat medizinische Hintergründe und darüber hinaus, was die Wissenschaft noch nicht richtig verstanden hat – die Energie, die bei der Berührung von einem übergeht.

Fußnote

0 Beispiele für Identitäten:
Ich, Geschlecht (Männlich, Weiblich), Nationalität (sri-lankisch, deutsch), Religionszugehörigkeit (Hindu, Christ), Ethnie (Tamilen, Deutsche), Anhänger eines bestimmten Ordens, Fangemeinde, Mitarbeiter einer Firma, Partei, politische Ideologie (Demokratie, Kommunismus), …

Die meisten Menschen haben eine gemischte Identität, welches aus mindestens zwei der aufgezählten Identitäten bestehen, einmal das Geschlecht kombiniert mit einem weiterem z. B. die Religion.

1 Mir ist es bei dieser Analogie aufgefallen, dass einige Schwierigkeiten hatten, dies richtig einzusortieren. Eines der Möglichkeiten des Sortierens ist es, zu verstehen, dass ihr hier mit Gewalt versucht bestimmte Dinge miteinander zu kombinieren, die nicht von Natur aus zu kombinieren sind.

Wozu ist das Pauli-Prinzip da, für Vielfalt und Variation. Jetzt entsteht durch die Variationen Eigenschaften, die bei unkontrolliertem zusammentreffen, zu explosionsartigen Verhalten führt, außer man gedenkt dies haben zu wollen, um politische Unruhen zu stiften, Völker und Ethnien auseinanderzubringen.

Versteht, dass ich gekommen bin, also inkarniert bin, vieles zu vereinigen. Die Vereinigung kann nur funktionieren, mit einer bestimmten Kraft, das ist die reine Liebe, kombiniert mit Verstand, das ist die Einsicht. Denkt an den Atomkern! Wieso können sich die Protonen, dicht nebeneinander sich gedulden, obwohl man weiß, dass gleiche Ladungen sich abstoßen – dies ist auch die Kraft der Liebe, man nennt dies in der Physik nur die starke Wechselwirkung.

Die meisten Probleme dieser Welt sind eigentlich das Resultat davon, dass es beim heranwachsen irgendwie am Verständnis von Liebe gemangelt hat und oder es gefehlt hat. All diese gesellschaftlichen Probleme, die zu ständigem Windelwechsel führt, ist auch ein Resultat davon. Da ich in den letzten fünf Jahren mit so vielen unterschiedlichen Menschen verbunden war, kann ich dies mit Sicherheit sagen. Dies ist definitiv nicht so wie der Gründer der Psychoanalyse Sigmund Freud zu versehen gegeben hat. Durch eure Spielchen habt ihr alle meine Zeit und dadurch auch eure Zeit vergeudet. Aus diesem Grund nehme ich auch die Peitsche zu Hand – vergisst nicht, ich bin auch Rudra.

2 Eigentlich ist das Verirren können eine gottgewollte Möglichkeit. Sie ist die Konsequenz, aus dem Erhalten wollen der Welt von meiner Hübschen oder auch das Zerstören wollen der Welt von mir. Das Leben ist weder ein Spiel noch ist es ein Wettbewerb. Beide Ideologien sind dem Untergang verdammt.

Weiterführende Quellen